Eisenmangelanämie zählt weltweit zu den häufigsten Ernährungsdefiziten und betrifft besonders menstruierende Frauen, Schwangere und Kinder im Wachstum. Eisen ist essenziell, damit rote Blutkörperchen Hämoglobin bilden können, das Protein, das Sauerstoff transportiert.
Warum die Symptome übersehen werden
Starke Erschöpfung, blasse Haut, Atemnot und Schwindel entwickeln sich schleichend und werden oft als gewöhnliche Müdigkeit abgetan; auffällig werden die Symptome meist erst, wenn das Hämoglobin deutlich gesunken ist.
Löffelnägel, das Verlangen nach Nicht-Nahrungsmitteln wie Eis (Pica) und Haarausfall sind spezifischere Anzeichen, die bei fortgeschrittenerem Mangel auftreten können.
Eisenquellen und Tipps zur Aufnahme
Häm-Eisen (aus tierischen Quellen) wird leichter aufgenommen als pflanzliches Eisen.
- Rotes Fleisch: die reichste und am leichtesten aufnehmbare Quelle für Häm-Eisen.
- Linsen und Spinat: pflanzliches Eisen, dessen Aufnahme sich mit Vitamin C verbessert.
- Kombination mit Vitamin C: eine Orange oder Paprika zusammen mit pflanzlichem Eisen vervielfacht die Aufnahme.
- Tee und Kaffee zu Mahlzeiten meiden: Tee zur Mahlzeit reduziert die Eisenaufnahme spürbar.

Wer ist besonders gefährdet?
Frauen mit starker Menstruationsblutung, Vegetarier und Veganer, Menschen mit Verdauungserkrankungen wie Zöliakie sowie regelmäßige Blutspender sind anfälliger für Eisenmangel.
Die sogenannte Sportleranämie kann bei intensiv trainierenden Personen durch Kapillarschäden an den Fußsohlen und Eisenverlust über den Schweiß auftreten.
Diagnose und Behandlung
Ein einfacher Bluttest (Hämoglobin, Ferritin) reicht zur Diagnose aus; Ferritin, das die Eisenspeicher des Körpers widerspiegelt, warnt meist früher als das Hämoglobin.
Die Behandlung beginnt meist mit oralen Eisenpräparaten; da diese den Magen belasten können, werden sie oft mit einer Mahlzeit oder in anderer Formulierung nach ärztlicher Empfehlung eingenommen.
Eisenmangel heilt selten von allein, weshalb wiederkehrende Symptome mit einem Bluttest abgeklärt werden sollten. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung ist eine spürbare Verbesserung des Energieniveaus innerhalb weniger Monate meist erreichbar.