Spielbasiertes Lernen: Die Wissenschaft des Lernens durch Spielen

Spielbasiertes Lernen: Die Wissenschaft des Lernens durch Spielen

Zwischen einem Kind, das in Sekunden entscheidet, welche Karte es in einem Brettspiel spielt, und dem gleich schnellen Denken bei einem Mathetest gibt es kaum einen Unterschied — beides erfordert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Strategie. Spielbasiertes Lernen setzt genau bei dieser Beobachtung an und lenkt die Motivation, die Spiele natürlicherweise auslösen, gezielt auf Lernziele.

Kinder spielen gemeinsam Xylofon

Warum lernt das Gehirn beim Spielen leichter?

Beim Spielen wechselt das Gehirn in einen Modus, der offen für Versuch und Irrtum ist, weit weg von der Angst, die es bei einer Prüfung empfindet. Da ein falscher Zug in einem Spiel wenig kostet, wagen Kinder mutigere Versuche und lernen aus ihren Fehlern, ohne so defensiv zu reagieren. Die meisten Spiele bieten außerdem sofortiges Feedback — eine falsche Antwort wird sofort erkannt und korrigiert, was eine viel wirksamere Lernschleife erzeugt als das traditionelle Modell „Prüfungsblatt, das erst Wochen später zurückkommt”.

Nicht jedes Spiel wirkt gleich

Damit spielbasiertes Lernen wirksam ist, muss das Spiel selbst mit dem Lernziel übereinstimmen; „Punkte” und „Abzeichen” einfach nur auf ein Thema aufzusetzen (oberflächliche Gamification) erzeugt nicht denselben Effekt. Die wirksamsten Lernspiele verlangen, dass ein Schüler eine Strategie rund um ein echtes Problem entwickelt, die Ergebnisse beobachtet und seine Strategie entsprechend anpasst — ähnlich wie beim Schach oder einem Bauspiel.

Wege, spielbasiertes Lernen zu Hause zu fördern

  • Bestehende Spiele in Lernchancen verwandeln: Würfeln oder Punktezählen in einem Brettspiel kann ein natürlicher Anlass sein, Zahlenfertigkeiten zu üben.
  • Auf Strategie statt Gewinnen fokussieren: Die Frage „Warum hast du diesen Zug gewählt?” statt „Wie hast du gewonnen?” hilft dem Kind, den eigenen Denkprozess zu bemerken.
  • Schwierigkeitsgrad anpassen: Ein zu leichtes Spiel langweilt, ein zu schweres entmutigt; das beste Lernen findet auf einem leicht herausfordernden, aber erreichbaren Niveau statt.
  • Bildschirmfreie Spiele nicht vergessen: Kartenspiele, Rätsel und physisches Bauspielzeug sind ebenso wirkungsvolle Lernwerkzeuge wie digitale Apps.