Die gesundheitlichen und mentalen Vorteile von Golf

Die gesundheitlichen und mentalen Vorteile von Golf

Golf wird oft als "langsamer" Sport oder als Sport "für Rentner" abgetan, doch bei einer Standardrunde über 18 Löcher ohne Wagen legt ein Spieler im Schnitt 8-11 Kilometer zurück — nicht auf ebenem Boden, sondern meist über abschüssiges Gelände, Rough und Sand. Eine im American Journal of Preventive Medicine veröffentlichte Studie zeigte, dass Menschen, die regelmäßig Golf spielen, ein deutlich geringeres Gesamtmortalitätsrisiko haben als Menschen, die gar keinen Sport treiben — ein Beleg dafür, dass Golf eine weit ernsthaftere körperliche Aktivität ist, als es scheint.

Ein Golfer beim Schwung auf dem Platz

Kardiovaskuläre und muskuloskelettale Vorteile

Ein Golfschwung ist eine komplexe Bewegungskette, die gleichzeitige Rumpfrotation, Schulterbeweglichkeit und Rumpfstabilität erfordert. Regelmäßig wiederholt, stärkt diese Bewegung die tiefen Muskeln des unteren Rückens und der Bauchregion. Gleichzeitig fällt eine ohne Wagen gespielte Runde in die Kategorie der moderaten Ausdaueraktivität und trägt, 2-3 Mal pro Woche wiederholt, deutlich zur Herz-Kreislauf-Gesundheit bei. Das Tragen der Schläger oder Ziehen der Golftasche wirkt zusätzlich wie ein Krafttraining für Schultern und Rücken. Eine typische Golftasche wiegt mit Schlägern und Ausrüstung etwa 7-9 Kilogramm, was am Ende einer Runde zu spürbarer Ermüdung von Schulter- und Rückenmuskulatur führt und mit der Zeit die Muskelausdauer verbessert.

Mentale Vorteile und Konzentration

Da Golf verlangt, sich bei jedem Schlag unabhängig vom vorherigen neu zu fokussieren, fördert es stark die Aufmerksamkeitskontrolle und emotionale Regulation. Nach einem schlechten Schlag muss ein Spieler den nächsten mit ruhigem, zurückgesetztem Kopf angehen — eine Fähigkeit, die auch abseits des Platzes als Stressmanagement dient. Fast vier Stunden im Freien auf Grünflächen zu verbringen, trägt bekanntermaßen auch zu niedrigeren Cortisolwerten und besserer Stimmung bei.

Ein verbreiteter Mythos: „Golf ist keine echte Bewegung"

Die verbreitete Annahme, Golf zähle nicht als „echte" Bewegung, stammt meist von Runden, die mit einem Wagen gespielt werden. Der Kalorienunterschied zwischen einer zu Fuß gespielten Runde mit getragenen oder gezogenen Schlägern und einer mit Wagen gespielten Runde kann mehr als doppelt so groß sein. Deshalb wird Menschen, die Golf vor allem wegen des körperlichen Nutzens spielen, meist geraten, zu Fuß zu gehen und die Schläger nach Möglichkeit selbst zu tragen. Manche Clubs bieten zu Fuß spielenden Mitgliedern sogar vergünstigte Greenfees an — ein Zeichen dafür, dass selbst die Golfbranche den Mehrwert des Zu-Fuß-Spielens erkannt hat.

Für wen eignet sich Golf besonders?

Dank seiner gelenkschonenden Natur ist Golf eine seltene Bewegungsoption für Menschen mit Knie- oder Hüftproblemen, die Sportarten mit Laufen oder Springen meiden. Zahlenmäßig betrachtet kann eine 4-stündige Runde ohne Wagen etwa 1.400-2.000 Kalorien verbrennen, während dieselbe Runde mit Wagen oft nicht einmal die Hälfte davon erreicht. Golf lässt sich zudem allein oder als soziale Aktivität spielen, was es zu einer der wenigen Sportarten macht, die sowohl Bewegungsmangel als auch soziale Isolation reduzieren. Für Erwachsene über 50 heben seine gleichgewichts- und koordinationserhaltenden Bewegungen Golf zudem unter den sturzrisikosenkenden Sportarten hervor.

4 Dinge, die man vor dem Golfeinstieg wissen sollte

  • Aufwärmen nicht auslassen: Der Golfschwung belastet die Wirbelsäule mit plötzlicher Rotationskraft; ein 5-10-minütiges dynamisches Aufwärmen senkt das Verletzungsrisiko deutlich.
  • Die richtige Ausrüstung wählen: Schläger, die nicht zu Körpergröße und Schwunggeschwindigkeit passen, mindern die Leistung und erhöhen die Gelenkbelastung.
  • Unterricht in Erwägung ziehen: Ein wiederholt mit falscher Technik ausgeführter Schwung kann mit der Zeit zu chronischen Schmerzen in Ellenbogen und unterem Rücken führen.
  • Die Runde zu Fuß spielen: Eine zu Fuß gespielte Runde steigert den kardiovaskulären Nutzen erheblich.